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Alltag als Young Carer: So tankst du Kraft

Influencerin Shay erzählt, wie sich ihr Alltag als junge Pflegende anfühlt – und wie du trotz Pflegeverantwortung besser auf dich selbst achten kannst.

Pflege, Schule oder Studium, Freundeskreis, vielleicht noch ein Nebenjob: Wenn du als junge Pflegende oder junger Pflegender mehrere Rollen gleichzeitig jonglierst, bleibt oft wenig Zeit für dich selbst. Vieles läuft im Autopilot-Modus – bis irgendwann die Erschöpfung zuschlägt.

Mit diesem Beitrag laden wir dich ein, kurz innezuhalten: Erkennst du dich in einer der folgenden Situationen wieder? Dann bist du damit nicht allein. Shay, 25, Pflegefachfrau und selbst Young Carer, berichtet, wie sie mit ähnlichen Momenten umgeht. Du erhältst außerdem Hinweise auf Hilfsangebote, die dich dabei unterstützen, neue Kraft zu tanken.

 

Situation 1: Die Logistik-Falle

Die Einladung, abends noch mit an den See zu kommen, sagst du ab – nicht, weil du keine Lust hast, sondern weil die Pflege-Logistik im Hintergrund zu anstrengend wäre. Wer ist in der Zeit zu Hause? Was, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?

Shay erzählt:
„Das kann eine herausfordernde Situation sein. Gerade wenn man ein starkes Bedürfnis nach Sozialkontakten hat, ist der Wunsch groß, unbedingt dabei sein zu wollen. Zurecht natürlich. Mir geht es auch oft so, dass Aktivitäten oder Ausflüge geplant werden, ich aber absagen muss wegen der Pflegesituation. Ich habe begonnen, mir einmal in der Woche bewusst eine Auszeit zu nehmen. Das geht nicht immer an einem festen Tag, aber ich achte darauf, dass ich mindestens einen Zeitraum für mich freihalte. Ich habe gelernt: Wenn man sich nicht um sich selbst kümmert, kann man sich auch nicht um andere kümmern.“

Wie wir das sehen – und wie wir helfen:
Schon bevor du den Ausflug zu- oder abgesagt hast, hast du im Kopf die komplette Organisation durchgerechnet – und bist allein davon erschöpft. Das zeigt, wie viel Verantwortung du trägst, und ist ein Signal, dass du eigene feste Zeiten für dich brauchst.

  • In unserer Datenbank findest du Beratungsstellen in deiner Nähe, die speziell zum Thema Pflege weiterhelfen.
  • Wenn du unsicher bist, wie belastet du gerade bist, hilft dir der Pausentaste-Selbsttest, deine Situation besser einzuordnen.

 

Situation 2: Die Alles-bestens-Maske

Auf die Frage „Wie geht’s dir?“ antwortest du automatisch mit „Alles super!“ – nicht, weil es stimmt, sondern weil du niemanden belasten willst. In deiner Clique fühlst du dich dadurch insgeheim immer einsamer.

Shay erzählt:
„Meistens ist genau das meine Antwort. Nicht, weil ich keine Lust habe zu sagen, wie es mir wirklich geht, sondern weil in meinem Kopf so viele Dinge warten, die noch erledigt werden müssen, dass ich kaum Kapazitäten für meine eigenen Befindlichkeiten habe. Mit meiner Partnerin rede ich oft beim Abendessen darüber, wie mein Tag wirklich war oder was mich belastet hat. Sie kennt den Alltag und wir können uns gegenseitig auffangen – das tut gut. Es hilft, eine enge Bezugsperson zu haben, der man sich anvertrauen kann, ohne Angst haben zu müssen, zu viel zu sein oder nicht verstanden zu werden.“

Wie wir das sehen – und wie wir helfen:
Dieses automatische „Alles gut“ ist für viele Young Carer ein Schutzschild. Du willst keine „Spaßbremse“ sein oder hast das Gefühl, andere haben selbst genug Probleme. Gleichzeitig sammelst du innerlich immer mehr unerzählte Momente an – und fühlst dich immer isolierter. Eine Person, bei der du ehrlich sein darfst, kann einen großen Unterschied machen – wie im Fall von Shay und ihrer Partnerin.

 

Situation 3: Das schlechte Gewissen beim Nichtstun

Du hast gerade mal eine freie Stunde für dich. Doch statt dich zu entspannen, fühlst du dich egoistisch und gehst im Kopf immer wieder die Aufgaben durch, die du stattdessen zu Hause erledigen müsstest.

Shay erzählt:
„Ich habe bis heute Schwierigkeiten, bewusst Zeit für mich freizuschaufeln – nicht im Kalender, sondern in meinem Kopf. Sobald ich fünf Minuten ‚Pause‘ habe, beginnt es zu rattern: Küche, Wäsche, Essen für Oma und Opa.
Auszeiten waren lange keine entspannte Zeit. Vor einigen Wochen habe ich angefangen, Musik zu hören, wenn ich runterfahren will, und das hat geholfen. Kopfhörer rein, Musik an – beim Hören meiner Lieblingsmusik konnte ich den To-dos zumindest für einen kurzen Moment entwischen.“

Wie wir das sehen – und wie wir helfen:
Viele Young Carer kennen das: Kaum wird es ruhig, meldet sich das schlechte Gewissen. Dabei sind Pausen entscheidend, um durchzuhalten. Schon kleine Auszeiten wie bei Shay – mit Musik, einem Buch oder Hobbys – machen den Anfang. Wichtig ist nur, dass du dir erlaubst: „Diese Minuten gehören jetzt mir.“

 

Zum Schluss: Du darfst wichtig sein

Du hast dich in einer, vielleicht sogar in allen drei Situationen wiedergefunden? Das heißt nicht, dass du „zu schwach“ bist – es zeigt, wie viel du leistest und wie viel Verantwortung du trägst. Wenn du merkst, dass es dir zu viel wird, stöbere doch mal auf pausentaste.de – für weitere Tipps und Hilfsangebote zum Thema. Du musst diesen Weg nicht allein gehen.

Mehr über Shay und ihren Alltag als Young Carer erfährst du auf ihrem Instagram-Kanal: @shayy.cares.

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